place to go in Lübeck: das St. Annen-Museum

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place to go in Lübeck: das St. Annen-Museum

Es gilt als eines der schönsten Museen des Landes: Das St. Annen-Museum bietet ein ganz besonderes Setting für seine Ausstellungen über mittelalterliche Kunst und darüber, wie die Menschen der vergangenen Jahrhunderte in Lübeck lebten – und zwar ein mittelalterliches Kloster.

Was dich im St. Annen-Museum erwartet:

  • Kunst des Mittelalters: Im einstigen Kreuzgang des St. Annen-Klosters sind heute Gemälde von Alten Meistern aus Deutschland und den Niederlanden ausgestellt, darunter Werke von Lucas Cranach, Hans Memling oder Jacob van Utrecht. Außerdem sind Paramente, wertvolle Gewänder für den Gottesdienst, Holz- und Steinskulpturen sowie mit 28 Exemplaren die größte Sammlung norddeutscher Schnitzretabel zu sehen.

  • Ein Highlight dieser Sammlung: das Maria-Magdalenen-Retabel. “Diese Bildaufsätze für Altäre waren um 1500 in Lübeck meist wandelbar. Man konnte sie klappen wie ein großes Bilderbuch, das die Geschichte der Bibel oder von bestimmten Heiligen erzählt”, erklärt Anna Lena Frank, Kuratorin im St. Annen-Museum. “2025 konnten wir zwei Tafeln von diesem Retabel wieder ankaufen, das Maria Magdalena, der Stadtheiligen Lübecks, gewidmet ist – 2027 feiern wir ihr 800. Jubiläum als Stadtheilige.”

  • Leben in Lübeck: Die zweite Dauerausstellung des Hauses findest du im ersten Stock. In 22 inszenierten Räumen kannst du quasi hinter die Fassaden der Backsteinfassaden schauen, die Lübeck bis heute prägen – und die Altstadtinsel nicht umsonst zum UNESCO-Weltkulturerbe machen. So siehst du, wie die Menschen vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert in Lübeck lebten. Das macht die Ausstellung etwa über Alltagsgegenstände wie einen fast 500 Jahre alten Kühlschrank deutlich: Man hat damals in die Backsteinwände der Häuser Schränke aus Eichenholz eingelassen, in denen es vergleichsweise kühl blieb.

  • Außerdem zeigt das Haus immer wieder Sonderausstellungen zu ganz verschiedenen Themen, aktuell etwa den Danziger Paramentenschatz (bis zum 31. März 2028). Diese besonderen Beispiele spätmittelalterlicher Textilkunst zeigen, wie weit die Handelsnetzwerke der hanseatischen Kaufleute im 15. Jahrhundert reichten: Die Gewänder wurden aus Stoffen aus dem Iran oder aus Italien gefertigt.

  • Im selben Raum ist auch der mittelalterliche Lübecker Kirchenschatz zu sehen – oder besser gesagt: das, was von ihm übrig ist. Im Zuge der Reformation hatte der Lübecker Rat kostbare Geräte und Gefäße in den Kirchen der Stadt beschlagnahmt und vieles einschmelzen lassen. Einige Reliquien, aber etwa auch Bergkristalle, Straußeneier oder Kokosnüsse konnten jedoch nicht wiederverwendet werden und überdauerten so die Jahrhunderte.

Adresse, Tickets und Infos: St. Annen-Museum, St. Annen-Straße 15, 23552 Lübeck. st-annen-museum.de

Die Geschichte hinter diesem besonderen Gebäude:

Als sogenanntes Jungfrauenkloster eröffnete man 1515 das Kloster St. Annen: Unverheiratete Töchter der reichen Kaufmannsfamilien wurden hier versorgt; ohne Ehemann wären sie verarmt. Doch als um 1530 die Reformation nach Lübeck kam, wurde das Kloster nach gerade einmal 15 Jahren wieder geschlossen. Die letzten vier Nonnen verließen das Kloster 1542.

In den Jahrhunderten danach hatte das Gebäude verschiedenste Funktionen: Es war Lager, Armen- und sogar Zuchthaus.

Seit 1915 ist es nun Museumsquartier: Neben dem St. Annen-Museum gehört auch die Kunsthalle St. Annen zu diesem Komplex. Du findest sie in einem spannenden Neubau: Früher war hier die Klosterkirche, die jedoch im 19. Jahrhundert niederbrannte. Überreste der historischen Kirche bezieht der neue Bau mit ein – heute sind hier wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst zu sehen. kunsthalle-st-annen.de

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Unsere Podcast-Episode über das St. Annen-Museum findest du überall, wo es Podcasts gibt oder gleich hier: