Unterhalb von Paris erstreckt sich eine eigene Welt im Untergrund. Unter den Mauern der französischen Hauptstadt liegt eines der größten Beinhäuser der Welt. In den Katakomben von Paris lagern die Knochen von sechs Millionen Menschen. Schächte und Tunnel ziehen sich als weitläufiges unterirdisches Netz unterhalb der Stadt entlang – ein 1,6 Kilometer langes Teilstück ist für Besucher*innen geöffnet und gibt Einblick in eine buchstäblich erschütternde Geschichte.
So kommst du in die Katakomben: Der Eingang in die Unterwelt von Paris liegt direkt bei der Métro-Station Denfert-Rochereau im Quartier Montparnasse. Dort gehst du 131 Stufen in die Tiefe und bekommst ein Gefühl für die Vergangenheit dieses unterirdischen Labyrinths. Denn: Was heute ein gigantisches Beinhaus ist, diente den Parisern früher als Steinbruch.
Geschichte der Katakomben: Schon seit dem 15. Jahrhundert wurde unterhalb der Stadt Kalkstein abgebaut – allerdings ohne Rücksicht auf die Folgen für die Statik der Stadt. Das rächte sich Jahrhunderte später: Um 1750 sackte in verschiedenen Teilen von Paris der Boden ab, was für Panik in der Bevölkerung sorgte. Die Stadtoberen beschlossen, nicht nur dieses, sondern in einem Rutsch gleich ein zweites Problem zu lösen: Die wachsende Stadt ließ auch die Zahl der Verstorbenen steigen, und die Pariser Friedhöfe waren hoffnungslos überbelegt.
Deshalb ließ man Katakomben nach römischem Vorbild errichten. Dafür wurden die alten Stollen abgestützt und unzählige Gebeine hierher überführt – meistens nachts und heimlich, um den Unmut der Pariser:innen zu vermeiden. Der Direktor der Katakomben, Héricart de Thury, setzte sich dafür ein, das Beinhaus zu einem öffentlich zugänglichen Museum des Todes zu machen. Er ließ die Knochen sortieren und arrangieren und schmückte das unterirdische Labyrinth mit poetischen Versen und Memento-Mori-Zeilen. Im 19. Jahrhundert wurden die Katakomben sogar zu einem Ort des gesellschaftlichen Lebens – zeitweise spielte hier ein Orchester in einem der größten Beinhäuser der Welt.
Was du vor deinem Besuch wissen solltest:
- Der Zugang zu den Pariser Katakomben ist auf 200 Menschen limitiert. Deswegen solltest du Tickets unbedingt online vorbuchen.
- Kinder unter 14 Jahren dürfen die Katakomben nur in Begleitung Erwachsener besuchen.
- Auch im Hochsommer zeigt das Thermometer hier kühle 14 Grad.
Plane für den Besuch etwa eine Stunde ein.
Die Gänge können eng sein, aber die 1,6 Kilometer lange Route ist klar vorgegeben – verlaufen kannst du dich nicht.
Es geht am Anfang und am Ende jeweils etwa 100 Stufen ab- bzw. aufwärts. Einen Aufzug gibt es nicht.
- Und, das sollte eigentlich selbstverständlich sein: Es ist verboten, die Knochen zu berühren oder gar mitzunehmen.
Adresse, Infos und Tickets: 1 Av. du Colonel Henri Rol-Tanguy, 75014 Paris, catacombes.paris.fr
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