Manche nennen Königstein im Taunus das „Beverly Hills Hessens“ – und tatsächlich punktet der Kurort mit rund 17.000 Einwohner*innen mit seiner ganz besondere Lage. Am Südhang des Taunus, mit weitem Blick über die Rhein-Main-Ebene bis zur Frankfurter Skyline, gehört Königstein zu den begehrtesten Wohnlagen der Region. Schon Ende des 19. Jahrhunderts zog es wohlhabende Frankfurter Familien zur Sommerfrische hierher. Davon erzählen bis heute prachtvolle Villen, gepflegte Parkanlagen und elegante Straßenzüge.
Doch Königstein bietet nicht nur Weitblick und Villen, sondern dank gleich zwei Burgruinen auch ein märchenhaft schönes Ambiente und eine lange Geschichte: Hier sind unsere zehn Tipps für deinen Besuch in Königstein.
Das absolute Must-see in Königstein: Wer den Ort zum ersten Mal besucht, sollte den Weg hinauf zur Burg auf jeden Fall einschlagen. Vom Zentrum ist es nur ein kurzer Spaziergang hoch zur Burgruine, die über der Altstadt thront. Sie stammt aus dem 11. Jahrhundert, gehört zu den größten in ganz Deutschlands und wurde gebaut, damit die Burgherren von hier aus die wichtige Handelsstraße zwischen Frankfurt und Köln im Blick behalten konnten.
Kleiner, aber historisch ähnlich spannend: Die Burgruine Falkenstein ist die zweite Burg im Ort. Einst lebten hier unter anderem die Herren von Hattstein, die als gefürchtete Raubritter in die Geschichte eingingen. Warum sich die kleinere Burg lohnt? – Du hast von hier nicht nur ein Traumpanorama über die Rhein-Main-Ebene, sondern auch die gewaltige Burgruine Königstein im Blick.
Königstein ist der ideale Ausgangspunkt für eine der schönsten Wanderungen im Taunus. Der 12 Kilometer lange 3-Burgen-Weg führt zunächst ein Stück bergauf bis zur Burgruine Falkenstein. Wenn du dort den Weitblick gebührend genossen hast, geht die Route mit leichtem Gefälle vorbei am Viktoriatempel bis nach Kronberg. Die gleichnamige Burg in Königsteins Nachbarort ist übrigens keine Ruine, sondern eine gut erhaltene Festungsanlage. Die letzte Etappe führt am Opel-Zoo vorbei zurück nach Königstein, wo die dritte und größte Burg(ruine) den Abschluss bildet. taunus.info
Königstein ist anerkannter Heilklimaort – und das merkt man. Die frische Luft und die Fallwinde vom Großen Feldberg als höchstem Gipfel des Taunus sorgen für beste Bedingungen zum Wandern und Erholen. Direkt am Ort beginnt der 20 Quadratkilometer große Heilklimapark Hochtaunus, der als erster seiner Art 2005 gegründet wurde.
Rund 180 Kilometer Wege führen dort durch die Wälder. Guides wie Christan Bandy bieten geführte Klimawanderungen an, auf denen Atem- und Kräftigungsübungen mit landschaftlich schönen Routen kombiniert werden. “Beim Klimawandern”, sagt Bandy, “versuchen wir das Wandern, was ja per se schon Spaß macht, mit diesen klimatischen Gegebenheiten zu kombinieren. Die Wege sind speziell ausgemessen. Für jedes Fitness-Level gibt es eine Kategorie, von leicht über moderat bis hin zu etwas schwierigeren Routen.” taunus.info/heilklima-park-hochtaunus
Die Villa Rothschild liegt nicht nur außergewöhnlich schön am Waldrand, sie gehört auch zu den geschichtsträchtigsten Orten in Königstein. Der Jugendstilbau war nach dem Zweiten Weltkrieg Tagungsort der Ministerpräsidenten der westdeutschen Länder. Hier wurden wichtige Grundlagen für das spätere Grundgesetz erarbeitet – deshalb trägt die Villa bis heute den Beinamen „Wiege der Bundesrepublik“.
Die Villa Rothschild ist nur eines von etlichen eleganten Anwesen, die Ende des 19. Jahrhunderts in Königstein erbaut wurden. Wohlhabende Frankfurter entdeckten Königstein damals als Rückzugsort vor den Toren der Großstadt. Besonders auffällig ist die märchenhaft wirkende Villa Andrae auf dem Geisberg. Im Kurpark erinnert außerdem die Villa Borgnis an die glanzvolle Zeit des Kurortes.
Nur wenige Minuten von Königsteins Zentrum entfernt liegt der Opel-Zoo – eines der beliebtesten Ausflugsziele in Taunus und Rhein-Main-Gebiet. Auf dem weitläufigen Gelände leben Elefanten, Giraffen, Geparden und viele weitere Tierarten.
Wer nach den Burgen noch nicht genug von weiten Ausblicken hat, sollte den Hardtbergturm südöstlich von Königstein ansteuern. Die 80 Tonnen schwere und 32 Meter hohe Stahlkonstruktion eröffnet auf gleich vier Ebenen besondere Perspektiven. Bis zur höchsten Aussichtsplattform sind es 140 Stufen.
Zum Kurort Königstein gehört das ikonische Kurbad Königstein. Das asymmetrisch gebaute Bad ist bekannt für seine Spiegeldecke und wurde vor einigen Jahren aufwändig modernisiert. Wegen seiner markanten 70er-Jahre-Architektur steht es unter Denkmalschutz.
Zentrum des Orts ist der Kapuzinerplatz mit Cafés, Fachwerk und Wochenmarkt, von hier kannst du entspannt in einer Viertelstunde zur Burg hochlaufen. Ebenfalls gut zu Fuß zu erreichen: der schöne Opelzoo und der Hardtbergturm, von dem du das Burgentrio Königstein, Falkenstein und Kronberg im Blick hast.
In unserer Podcast-Folge von places to go erfährst du, warum die Burge-Dichte in und um Königstein so hoch ist und warum Königstein bei der WM 2006 in Deutschland das Mekka für Fußballfans war. Du findest die Episode überall, wo es Podcasts gibt, oder gleich hier: