Kein Wunder, dass sich Elvis Presley in den 1950ern Bad Nauheim als Wohnort aussuchte: Hier fand der King of Rock’n’Roll genau die Mischung aus mondänem Lebensstil, eleganten Jugendstil-Bauten, Kultur und Natur, die ihm offensichtlich gefiel. Der Kurort mit seinen knapp 35.000 Einwohner*innen liegt sehr schön zwischen Taunus und Wetterau; von Frankfurt aus ist er in rund einer halben Stunde mit der Regionalbahn zu erreichen.
Mit dem Sprudelhof hat Bad Nauheim seinem größten Schatz ein gebührendes Ambiente gegeben: Aus 200 Metern Tiefe kommt hier die kohlensäurereiche Sole als schäumende Fontäne ans Tageslicht. Der Sprudelhof ist das größte geschlossene Jugendstil-Ensemble in Europa. Ab 1905 wurde er errichtet, gleich mehrere Mitglieder der Darmstädter Künstlerkolonie arbeiteten mit. Zum Ensemble gehören sechs einstige Badehäuser …
… und in einem, in Badehaus 3, zeigt das Jugendstilforum eine Dauerausstellung zu Jugendstil und Belle Époque. Auch wechselnde Sonderausstellungen zu dieser Zeit sind hier zu sehen.
Vom gleichen Architekten – Wilhelm Jost – geplant wie der Sprudelhof und ähnlich eindrucksvoll ist die Trinkkuranlage. Mehrere Säulengänge gruppieren sich hier hufeisenförmig um ein Bassin und eine Orchestermuschel; im Zentrum des Ensembles steht der achteckige Kurbrunnentempel. Auch hier gibt’s neben üppiger Jugendstil-Architektur reichlich Kultur: bei den wechselnden Ausstellungen in der Galerie oder auf den sechs Open Air-Konzerten der "Sommerreihe".
Wie Bad Nauheim zum “European Home of Elvis” wurde? Im Oktober 1958 begann er seinen zweijährigen Wehrdienst bei der US-Armee im hessischen Friedberg. Aber statt in eine normale Militärkaserne einzuziehen, quartierte er sich selbst in Bad Nauheim ein:
Villa Grunewald: Von Oktober 1958 bis Februar 1959 mietete Elvis die zweite Etage des Hotels; auch sein Vater Vernon, seine Großmutter Minnie Mae, seine Sekretärin und seine Leibwächter wohnten hier. Sein Zimmer (Nr. 10) ist heute noch originalgetreu erhalten – und kann für eine Übernachtung gebucht werden. hotel-villa-grunewald.de
Villa in der Goethestraße 14: Im Februar 1959 musste der King wegen Ruhestörungen und Fanbelagerungen aus der Villa Grunewald ausziehen. Bis März 1960 zog er stattdessen in diese Villa – gegen eine damals deutlich überhöhte Miete von 3.200 Mark. Das Haus ist bis heute in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden.
“Elvis Presley war Teil von Bad Nauheim, und er ist es bis zum heutigen Tag”, stellt Harald Hock klar, Geschäftsführer der Stadtmarketing und Tourismus GmbH von Bad Nauheim. Tatsächlich gibt es gleich mehrere Orte in der Stadt, an denen an den berühmten Gast erinnert wird – der hier in Bad Nauheim übrigens seine große Liebe und spätere Ehefrau Priscilla kennenlernte.
Die Burgpforte verewigte Elvis auf dem Cover für seine Platte “A Big Hunk O’ Love” – Fans lassen sich hier gerne in der gleichen Pose fotografieren wie einst Elvis.
Auf der Usa-Brücke nimmt er als Bronzestatue genau die Pose ein, in der er hier einst fotografiert wurde: in Uniform und lässig am Geländer lehnend. Direkt daneben gibt’s eine Elvis Bank, in die Gitarre und Mikrofon geschmiedet wurden sowie die Noten von “Muss i denn zum Städtele hinaus”. Das deutsche Volkslied hatte Elvis 1960 in seinen Song “Wooden Heart” integriert.
Wer genau hinschaut, kann in Bad Nauheim auch zwei Elvis-Ampeln entdecken: An der unteren Parkstraße / Zanderstraße und an der Schwalheimer Straße beim Gradierbau III weist der King als Ampelmann den Weg.
Besonders viele Elvis-Fans kommen übrigens jedes Jahr im August nach Bad Nauheim: zum European Elvis Festival. Bei dem dreitägigen Festival gibt’s neben Live-Konzerten auch Ausstellungen und reichlich 50er-Jahre-Glamour – Fans tragen gerne Petticoat oder Wasserwelle, zu den Oldtimer-Paraden rollen besonders viele Cadillacs an. “Nächstes Jahr zu seinem 50. Todestag wird das European Elvis Festival natürlich besonders groß”, kündigt Harald Hock für 2027 an.
Ein Teil des Bad Nauheimer Stadtwaldes auf dem Johannisberg wurde 2023 als Heilwald zertifiziert – es ist der erste überhaupt in Hessen. “Die Natur ist immer noch einer der besten Ärzte”, erklärt Harald Hock das Konzept des Heilwalds. Hier kannst du auf ergonomischen Panoramaliegen oder in Hängematten entspannen, auf einem Barfußpfad die verschiedenen Untergründe erspüren und auf einem gut drei Kilometer langen Waldbaden-Pfad spazieren. Unterwegs geben 12 Stationen Anregungen für mehr Achtsamkeit: etwa durch Atem-Übungen, Duft-Oasen oder Tast-Stationen.
… kannst du dir auf plazy.travel selbst in drei Fragen zusammenstellen: Hier geht's zu deinem persönlichen Taunus-Guide.
... erfährst du im plazy-Podcast ‘places to go’. Zum Beispiel: Warum Elvis Presley mit eigenem Klodeckel nach Bad Nauheim anreiste und wie das “Weihnachtswunder” die Stadt für immer veränderte. Du findest die Episode überall, wo es Podcasts gibt, oder gleich hier: