Leonardo da Vincis Schlösser an der Loire

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Leonardo da Vincis Schlösser an der Loire

Leonardo da Vinci war 64 Jahre alt, als er 1516 an die Loire zog. Angeblich ritt er auf einem Maultier vom Vatikan über die Alpen hierher, im Gepäck: die drei berühmten Gemälde “Johannes der Täufer”, “Anna selbdritt” – und die “Mona Lisa”.

Was Leonardo da Vinci nach Frankreich brachte? Eine Einladung des französischen Königs. Franz I. war offenbar ein großer Fan des Universalgenies und stellte ihm hier an der Loire ein Schloss sowie einen spannenden Auftrag für den Neubau eines weiteren Schlosses in Aussicht.

Wieso Leonardo da Vinci Italien gerne verließ? Im Vatikan, seiner letzten Station, wurden zunehmend jüngere Künstler beauftragt – Michelangelo, Raffael, … Da Vinci galt inzwischen als alt, nicht mehr en vogue. Nun bekam er eine neue Chance und ergriff sie. Er sollte nie wieder nach Italien zurückkehren: 1519 starb er an der Loire und wurde hier bestattet.

Diese drei Loire-Schlösser sind mit seinen letzten Lebensjahren untrennbar verbunden:

Château du Clos Lucé: Wo Leonardo da Vinci lebte, arbeite und starb

In diesem Schloss bei Amboise, nur 500 Meter vom Schloss des Königs entfernt und mit diesem durch einen Geheimgang verbunden, lebte, arbeitete und starb Leonardo da Vinci. Heute kannst du das Schloss besichtigen: In den Räumen zeigt eine Ausstellung, in welch verschiedenen Bereichen das Universalgenie brillierte. Auch da Vincis Todeszimmer kannst du dir anschauen. Im weitläufigen Schlosspark sind viele seiner technischen Erfindungen nachgebaut; hier kannst du entspannt picknicken oder in einem der kleinen Gartencafés essen und trinken. Auf dem Gelände gibt’s weitere wechselnde Ausstellungen.

2 Rue du Clos Lucé, 37400 Amboise, Frankreich. vinci-closluce.com

Schloss Amboise, Sitz des Königs und Grabstätte da Vincis

Das Schloss, in dem König Franz I. an der Loire residierte, ist typisch für diese Region: Es wurde – wie die meisten Loire-Schlösser – in der Blütezeit der Renaissance gebaut, hatte sogar den ersten Renaissancegarten überhaupt in Frankreich. Genau zu dieser Zeit, im 14. und 15. Jahrhundert, floh der französische Hof und der Adel von Paris an die Loire – Frankreich und England kämpften im Hundertjährigen Krieg gegeneinander. Nach dem Tod Tod da Vincis ließ Franz I. das befreundete Genie auf dem Gelände seines Schlosses in der Schlosskapelle bestatten. Grab, Schlosspark und Schloss kannst du ebenfalls besichtigen.

Mnt de l'Emir Abd el Kader, 37400 Amboise, Frankreich. chateau-amboise.com

Schloss Chambord mit einer visionären Treppe von Leonardo da Vinci

Gut 50 Kilometer flussaufwärts von Schloss Amboise, bei dem hübschen Ort Blois, ließ König Franz I. ab 1519 mit Schloss Chambord das heute prächtigste und mit 440 Zimmern auch größte Loire-Schloss bauen. Vor seinem Tod hatte da Vinci noch den Entwurf für eine sehr besondere Treppe beigesteuert: Eine Wendeltreppe mit zwei ineinander verschränkten Spiralen, die sich um einen Kern winden und dabei nie kreuzen – wie die Doppelhelix bei einem DNA-Strang, die jedoch erst in den 1950ern entdeckt wurde. Hier können zwei Menschen gleichzeitig hoch- und runtersteigen und sich dabei doch nicht direkt begegnen; der König soll davon so fasziniert gewesen sein, dass er immer wieder die Treppe nutzte.

Unser Tipp: Leiht euch an der Kasse ein HistoPad aus – darauf könnt ihr euch viel anhören zu den Menschen, die hier in den letzten 500 Jahren lebten, zu den Ereignissen, die hier stattfanden. Und ihr könnt ganze Räume mit Augmented Reality wieder auferstehen lassen.

41250 Chambord, Frankreich. chambord.org

Mehr über Leonardo da Vinci ...

... und seine letzten drei Lebensjahre an der Loire erzählen Kathrin Sander und Inka Schmeling wie immer in unter 10 Minuten in einer eigenen Episode des plazy-Podcasts ‘places to go’. Außerdem erfährst du hier, warum die “Mona Lisa” im 20. Jahrhundert an die Loire zurückkehrte. Die Folge kannst du überall hören, wo es Podcasts gibt, oder gleich hier: