Verona ist die Stadt von Romeo und Julia, sie ist berühmt für ihre pastellfarbenen Palazzi, und die Nähe zum Gardasee gibt der 250.000-Einwohner*innen-Stadt noch eine ordentliche Dosis Grandezza dazu. Ihr berühmtestes Bauwerk steht seit 2.000 Jahren: In der Arena di Verona treffen sich Menschen schon seit der Antike zu großen Spektakeln. Bei den Römern waren das Gladiatorenkömpfe, heute genießt man hier Arien. Veronas Arena ist das größte Open-Air-Opernhaus der Welt.
Errichtet wurde die Arena um das Jahr 30 nach Christus – also zu Zeiten von Kaiser Augustus. Man plante sie damals bewusst außerhalb der Stadtmauern, denn die Römer entwarfen gleich für rund 30.000 Zuschauer*innen und wollten – damals sehr vorausschauend – verstopfte Gassen im antiken Verona vermeiden. Die Dimensionen der Arena beeindrucken bis heute:
rund 140 Meter lang
etwa 100 Meter breit
ein riesiges Oval mit gestuften Sitzreihen
ursprünglich 72 Eingänge für den schnellen Zugang der Massen
Nach dem Zerfall des Römischen Reichs begann auch für die Arena eine unruhige Zeit. König Theoderich ließ Teile restaurieren, gleichzeitig wurden Steine der Außenmauer für Häuser und neue Stadtmauern verwendet. Statt großer Spektakel wurde das Theater zum Forum für Marktstände und auch für öffentliche Hinrichtungen. Das große Erdbeben von 1117 richtete in ganz Norditalien immense Schäden an und zerstörte auch große Teile der äußeren Fassade der Arena. Von ihr steht heute nur noch die “Ala“, der “Flügel” der Arena.
1913 begann das, was Verona bis heute prägt: das Opernfestival der Arena di Verona. Anlass war der 100. Geburtstag von Giuseppe Verdi. Gespielt wurde “Aida“ – unter freiem Himmel und größer als alles, was man bis dahin kannte.
Bis heute ist “Aida“ die Signature-Oper der Arena. Und tatsächlich passt kaum ein Werk besser hierher:
monumentale Chorszenen
riesige Bühnenbilder
Pferde, Statisten und große Massenszenen
bis zu 350 Menschen gleichzeitig auf der Bühne
Die Arena war immer auch Bühne für große Karrieren. Maria Callas startete hier ihren internationalen Durchbruch, nachdem sie 1947 von Giovanni Zenatello nach Verona geholt wurde – jenem Tenor, der die Idee des großen Opernfestivals überhaupt erst entwickelte. Später sangen hier die größten Namen der Opernwelt. Luciano Pavarotti sagte einmal sinngemäß: “Wer in der Arena singt, hat es geschafft.”
Die Sänger*innen tragen übrigens bis heute keine Mikrofone am Körper. Die Stimmen müssen diesen riesigen Raum tatsächlich füllen können – unterstützt nur von einem übergeordneten Soundsystem.
Unbedingt ein Sitzkissen mitnehmen: Gerade auf den günstigeren Plätzen – auf den originalen Steinstufen der Arena – können vier Stunden Oper sonst lang (und hart) werden.
Frühzeitig ankommen: Die Arena fasst heute zwar „nur“ noch rund 15.000 Menschen, trotzdem dauern Einlass und Sicherheitskontrolle oft länger als gedacht. Wer zum ersten Mal dort ist, sollte genügend Zeit einplanen.
Dresscode: Die Arena ist große Oper – aber ohne übertriebenes Gala-Theater. Auf den günstigeren Rängen geht es deutlich lockerer zu als in klassischen Opernhäusern. Trotzdem: Besser keine Flipflops und Shorts.
Tickets nur offiziell kaufen: Gerade rund ums Festival tauchen viele inoffizielle Ticketseiten auf. Deshalb besser ausschließlich über die offizielle Arena-Seite buchen.
Nicht abschrecken lassen, wenn etwas ausverkauft scheint: Für viele Vorstellungen werden später zusätzliche Kontingente freigegeben oder Tickets zurückgegeben. Ein zweiter Blick ein paar Tage später kann sich lohnen. Preislich reicht die Spannweite oft von etwa 30 bis 300 Euro.
Unbedingt. Tagsüber lässt sich die Arena auch ohne Vorstellung besichtigen – inklusive der verborgenen Gänge unter den Rängen und der alten Galerien. Gerade wer sich für Architektur und Geschichte interessiert, bekommt bei einer Führung oft sogar mehr Details mit als während eines Opernabends. Hier bekommst du Tickets und Infos zu den Arena-Touren.
Die beste Kombination bleibt allerdings: Erst die Arena erkunden, später am Abend zurückkommen und erleben, wie sich das antike Theater in eine der spektakulärsten Bühnen Europas verwandelt.
Mehr über die Arena von Verona erfährst du im plazy-Podcast places to go – zu finden auf allen gängigen Podcast-Plattformen oder gleich hier.