place to go: die Kathedrale La Seu in Palma de Mallorca

Palma de Mallorca
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place to go: die Kathedrale La Seu in Palma de Mallorca

place to go:  die Kathedrale La Seu in Palma de Mallorca

Catedral de Santa Maria de Mallorca – so heißt Palmas Kathedrale ganz offiziell. Die Mallorquiner*innen nennen sie schlicht und kurz La Seu – “der Sitz”. Der Name unterstreicht ihre Bedeutung als Bischofssitz und damit als wichtigste Kirche der Balearen. Sie ist aber nicht nur Palmas Wahrzeichen, sondern auch eine der schönsten Kathedralen Europas. Was La Seu einzigartig macht und worauf du bei deinem Besuch in der Kirche besonders achten solltest, haben wir hier für dich zusammengestellt.

Lage, Größe und Architektur

  • Schmuckstück am Mittelmeer: La Seu erhebt sich majestätisch über den direkt angrenzenden “Parc de la Mar“ und prägt damit die Skyline von Palma. Die gotische Kathedrale steht an der Plaça de la Seu, im Herzen der Altstadt.

  • Schwindelerregende Größe: Der Bau misst rund 110 Meter in der Länge und 33 Meter in der Breite. Von innen beeindruckt vor allem das riesige mittlere Kirchenschiff mit einer Deckenhöhe von 44 Metern. Getragen wird das Gewölbe von 14 extrem schlanken, hoch aufragenden Säulen, die dem Raum eine offene Weite verleihen.

  • 800 Jahre Baugeschichte: Der Grundstein für die gotische Kathedrale wurde 1229 gelegt, der Bau entstand auf den Überresten einer maurischen Moschee. La Seu wurde von Anfang an auch als Ruhestätte konzipiert; in der Königskapelle sind die mallorquinischen Könige Jaume II. und Jaume III. aus dem 13. und 14. Jahrhundert begraben. Was La Seu im Vergleich zu anderen Kathedralen nicht hat, sind imposante Türme; die Kathedrale wirkt bei aller Größe eher kompakt. Umso gewaltiger sind ...

  • … die Glocken: Das Geläut der Kathedrale besteht aus neun Glocken aus fünf Jahrhunderten. Die größte von ihnen heißt N'Aloi und wiegt stolze 4,6 Tonnen. Sie ist die größte beweglich geläutete Glocke Spaniens.

Die Highlights von La Seu: Was du in Palmas Kathedrale sehen solltest

Was diese Kirche so besonders macht, ist, dass sie zum einen als Meisterwerk der Gotik entstanden ist, aber gleichzeitig über die Jahrhunderte umgestaltet und modernisiert wurde. Besonders prägend ist bis heute der Umbau durch den berühmten Architekten Antoni Gaudí.

  • Die visionäre Handschrift von Antoni Gaudí: Im Auftrag von Bischof Campins revolutionierte der berühmte katalanische Architekt zwischen 1904 und 1914 den Innenraum der Kathedrale. Mit dem Bischof als Freund und Förderer plante er radikal um und ließ zum Beispiel den massiven Chor aus der Mitte des Kirchenschiffs entfernen. Damit hatten die Gläubigen erstmals einen freien Blick auf den Altar. Ein Meisterstück Gaudís ist der über dem Altar schwebende riesige Baldachin, der mit über 30 hängenden Leuchten bestückt ist. Manche sehen in seiner Form eine siebeneckige Krone, andere einen Schiffsbug. Was viele nicht wissen: Das Kunstwerk, das hier alle Blicke auf sich zieht, ist bis heute in weiten Teilen ein provisorischer Entwurf aus Pappe und Holz. Gaudí vollendete das Projekt nicht und verließ Palma nach dem Tod des Bischofs.

  • Besondere Akustik: Diesen Kunstgriff Gaudís kannst du zwar nicht sehen, aber hören. Bei der Verlegung des Chores dachte er nicht nur an die Optik, sondern auch an den Klang. Er entwarf unter dem Chor einen speziellen, mannshohen Hohlraum, der wie ein riesiger Resonanzkasten wirkt. So kann sich der Gesang auch völlig ohne Mikrofone in der gesamten Kathedrale ausbreiten. Das Kuriose dabei: Diese Konstruktion geriet über die Jahre in Vergessenheit und wurde erst lange nach Gaudís Tod bei Renovierungsarbeiten wiederentdeckt.

  • Die Oculus-Rosette: Sie gehört zu den größten Kirchenrosetten der Welt: Das gewaltige Rundfenster an der Ostfront besitzt einen Durchmesser von mehr als 11 Metern und damit eine Fläche von rund 100 Quadratmetern. 1.237 bunte Glasscheiben sind hier sternförmig zusammengefügt und sorgen für einen spektakulären Lichteinfall im Inneren.

  • Das Meisterwerk von Miquel Barceló: Zwischen 2000 und 2007 schuf der weltbekannte mallorquinische Künstler Miquel Barceló in der Kapelle des Allerheiligsten im rechten Seitenschiff ein 300 Quadratmeter großes Wandgemälde aus Ton und Keramik. Es zeigt das biblische Wunder der Vermehrung von Brot und Fisch bei der Speisung der 5.000 und erzeugt dabei eine eindrucksvolle, beinahe geheimnisvolle Atmosphäre. Es fällt kaum Licht in diese Kapelle und Barceló bearbeitete das Material mit enormem Körpereinsatz. Tritte und Fausthiebe haben eine Oberfläche geformt, die nicht nur die biblische Geschichte erzählt, sondern dazu auch eine tiefe, fast raue Verbundenheit zwischen den Elementen Meer und Erde ausdrückt.

Das Lichtwunder in der Kathedrale: “Vuit de la Seu“

Die berühmte “Acht von La Seu” gilt als Lichtwunder der Kathedrale. Dahinter steht ein optisches Phänomen: Jedes Jahr am 2. Februar und am 11. November fällt das Sonnenlicht morgens ab etwa 8:30 Uhr so durch die große östliche Oculus-Rosette, dass ihre farbige Projektion an der gegenüberliegenden Wand abgebildet wird – genau unterhalb der westlichen Rosette. Für kurze Zeit bilden das echte Fenster und die Lichtspiegelung dann eine perfekte, leuchtende Acht (auf Katalanisch “Vuit“). Achtung: Wenn du das Spektakel miterleben möchtest, musst du dir die Tickets für diese Tage sehr weit im Voraus sichern.

Tipps und Infos für deinen Besuch in der Kathedrale

  • Adresse: Plaza de la Seu, 07001 Palma (direkt im Herzen der Altstadt)
  • Eintrittspreis: Der reguläre Eintrittspreis für die Kathedrale mit dem angeschlossenen Museum liegt bei 11,00 €. Wer zusätzlich auch die Dachterrasse besuchen möchte, zahlt 25,00 €.
  • Tickets: unbedingt vorab mit Timeslot buchen, z. B. auf der offiziellen Seite der Kathedrale: catedraldemallorca.org
  • Öffnungszeiten:
    • Ganzjährig samstags: 10:00 bis 14:15 Uhr
    • April bis 31. Mai & Oktober (Mo-Fr): 10:00 bis 17:15 Uhr
    • 1. Juni bis 30. September (Mo-Fr): 10:00 bis 18:15 Uhr.
    • 2. November bis 31. März (Mo-Fr): 10:00 bis 15:15 Uhr.

La Seu zum Hören – im plazy-Podcast places to go

Mehr Tipps und Infos zu Palmas Kathedrale La Seu findest du auch bei uns im plazy-Podcast places to go. Immer in unter zehn Minuten pro Folge geben wir dir dort Tipps und Hintergründe zu Reisezielen rund um die Welt. Reinhören kannst du überall, wo es Podcasts gibt oder gleich hier: