place to go in Straßburg: das Münster & seine astronomische Uhr

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place to go in Straßburg: das Münster & seine astronomische Uhr

Unterer Teil der astronomischen Uhr im Straßburger Münster

Als “Wunder, unermesslich und zierlich zugleich” hat Frankreichs berühmter Schriftsteller Victor Hugo das Straßburger Münster bezeichnet – und das völlig zu Recht. Gute vier Jahrhunderte dauerte sein Bau, der dann gleich mehrere Superlative brach. Bis heute ist das Münster Straßburgs Sehenswürdigkeit Nummer eins und übrigens nach Notre-Dame Frankreichs meistbesuchte Kathedrale.

Der Legende nach umrundete selbst der Teufel dieses Bauwerk und bewunderte seine Schönheit – bis er von einem Bildhauer hinein in eine Falle gelockt wurde, der ihm im Inneren des Münsters noch größere Schönheit versprach.

Die wichtigsten Fakten über das Straßburger Münster:

  • Im Jahr 1015 begann man mit dem Bau dieser Kirche. Es gilt als eines der Meisterwerke der Gotik überhaupt.
  • Im Jahr 1439, also gut 400 Jahre später, war dann auch der markante Nordturm fertig gebaut. Ein geplanter Südturm wurde nie gebaut, was dem Münster eine ganz besondere Asymmetrie gibt. Mit dem gut 142 Meter hohen Turm überragt das Münster bis heute alle anderen Bauten in der Straßburger Altstadt. Lange Zeit war es übrigens das höchste Gebäude der Welt!
  • Als Baumaterial wurde Sandstein aus den Vogesen genutzt; dieser Stein gibt dem Münster seinen rosafarbenen Ton. Das Münster gilt bis heute als einer der größten Sandstein-Bauten der Welt.
  • Charmantes Kuriosum: Vor dem Straßburger Münster wurde der erste Weihnachtsbaum der Welt aufgestellt – im Jahr 1539.

Was du im Straßburger Münster gesehen haben solltest:

  • Die vielen kunstvoll gefertigten Figuren sowohl an der Fassade des Münsters (etwa die klugen und törichten Jungfrauen am rechten Seitenportal oder die Passion und Auferstehung Christi am Mittelportal), aber auch im Inneren – etwa am Engelspfeiler im südlichen Querschiff. Er stellt das jüngste Gericht dar.
  • Die Kirchenfenster, die zum Teil noch original erhalten sind und damit ein seltenes Beispiel romanischer Glaskunst.
  • Und auch den Aufstieg (330 Stufen) zur Münsterplattform können wir dir empfehlen. Von hier hast du einen einmaligen Ausblick über die Straßburger Altstadt. Auch Goethe war übrigens mehrmals hier oben: Um seine Höhenangst zu überwinden, stieg er als Jura-Student in der Stadt immer wieder auf den Turm des Münsters.

Highlight im Münster: die astronomische Uhr

  • Mitte des 16. Jahrhunderts haben ein Mathematiker, ein Arzt und ein Theologe gemeinsam diese Uhr entworfen; 1574 war sie fertiggestellt. Sie vereint Handwerkskunst, religiöse Sicht und astronomisches Weltwissen der Renaissance.
  • Die Uhr zeigt nicht nur Minuten und Stunden an, sondern auch die Bahnen von Erde, Mond und Planeten in unserem Sonnensystem. Neben dieser wissenschaftlichen Ebene, zeigt die Uhr aber auch auf eine andere Art an, wie die Zeit vergeht …
  • … und zwar mit kunstvoll gefertigten Figuren: Ein Kind, ein junger Mann, ein Erwachsener und ein Greis ziehen nacheinander vor dem Sensenmann, dem Tod, vorbei. Eine Ebene drüber defilieren die Apostel der Reihe nach vor Jesus Christus entlang.
  • Die Menschen des 16. Jahrhunderts waren begeistert von diesem Wunderwerk; rund 200 Jahre lang galt die astronomische Uhr als Meisterwerk von Astronomie, Mathematik, Technik und Handwerkskunst. Doch 1788 blieb die Uhr plötzlich stehen – und niemand konnte sie reparieren.
  • Erst 55 Jahre später funktioniert sei wieder: Der Straßburger Jean-Baptiste Schwilgué war bereits als Kind so fasziniert von der Uhr, dass er sich selbst als Autodidakt zum Uhrmacher ausbildete. Im Alter von 62 Jahren bekam er 1838 den Auftrag, die astronomische Uhr zu reparieren; es gelang ihm innerhalb von fünf Jahren.

Infos & Tipps für deinen Besuch:

Du findest die astronomische Uhr im südlichen Querschiff der Kathedrale, direkt hinter dem Engelspfeiler. Zu sehen ist sie während der Öffnungszeiten – mit einer Ausnahme: Mittags um 12.30 Uhr werden die kunstvoll geschnitzten Figuren der Uhr in Bewegung versetzt. Dann ist das Querschiff abgesperrt; du kannst dem Figurenspiel nur mit Ticket zuschauen.

Wann & wo du Tickets bekommst:

Morgens zwischen 10 und 11 Uhr werden die Tickets am kleinen Shop im Münster verkauft (2 € für Kinder, 4 € für Erwachsene). Damit darfst du um 11.30 Uhr in die (gerade in Ferienzeiten!) deutlich kürzere Schlange vor dem Eingang an der Place Saint-Michel. Wer kein Ticket hat, kann’s aber auch spontan versuchen: Einfach um 11.30 Uhr in der längeren Schlange anstellen!

Wenn du hören willst, welches Zahnrad der Uhr fast 26.000 Jahre für eine Umdrehung braucht und wie die älteste Figur klingt, dann höre dir auch die Episode über die astronomische Uhr im plazy-Podcast ‘places to go’ an. Du findest die Episode überall, wo es Podcasts gibt, oder gleich hier: