Mehr als eine Million Werke zählt die Sammlung des Rijksmuseums in Amsterdam. Damit ist es das größte Kunstmuseum der Niederlande – und außerdem eines der renommiertesten der Welt. Nicht nur die Kunst im Inneren ist bemerkenswert, auch der Bau selbst gehört zu den Architektur-Ikonen der Stadt. Das Museumsgebäude wurde 1885 eröffnet und vom selben Architekten wie der Amsterdamer Hauptbahnhof entworfen. Kleines Nice-to-know: Eine Fahrradstraße führt direkt unter dem Gebäude hindurch.
Was du im Rijksmuseum unbedingt gesehen haben solltest: Es lohnt sich angesichts der schieren Menge an Exponaten, vorab auf der Website die aktuellen Sonderausstellungen zu checken und gezielt Säle auszuwählen, die dich interessieren. Diese drei Werke gehören zu den absoluten Klassikern der Sammlung:
Rembrandt van Rijn, „Die Nachtwache“: Mit einer Größe von 3,5 x 4 Metern ist dieses Bild Rembrandts größtes Werk. Fertiggestellt wurde es 1642 im Auftrag der Amsterdamer Büchsenschützengilde. In der Kunstwelt gilt das Gemälde als Meisterwerk, weil Rembrandt hier einen besonders dramatischen Einsatz von Licht und Schatten zeigt. Das Bild steht symbolisch für die Stärke eines stolzen, wehrhaften Amsterdams im sogenannten „Goldenen Zeitalter“ des 17. Jahrhunderts. Rembrandt hat sich übrigens selbst auf dem Bild verewigt: Er steht rechts hinter dem Standartenträger und trägt eine Kappe. Jahrzehnte nach seiner Entstehung hing das Bild zeitweise im Amsterdamer Rathaus. Dort wurden jedoch die Ränder des Gemäldes beschnitten, um es an die Wandmaße anzupassen – seitdem fehlen 30 Zentimeter am linken Bildrand. Übrigens: Im Rijksmuseum gibt es eine versteckte Tür, die eigens dafür gedacht ist, dieses kostbare Gemälde im Notfall schnell in Sicherheit zu bringen.
Jan Vermeer, „Dienstmagd mit Milchkrug“: Dieses Bild ist deutlich kleiner als die Nachtwache, entstand aber nur wenig später, um 1660. Vermeer zeigt hier eine alltägliche Szene: Eine Dienstmagd schüttet Milch aus einem Krug – ein typisches Motiv des Malers, der mit detailreichen Darstellungen intime Einblicke ins Leben des 17. Jahrhunderts gab. Kunsthistoriker*innen zufolge hat Vermeer auch verschiedene erotische Andeutungen in dieses Gemälde eigearbeitet. So galten Milchmädchen im 17. Jahrhundert als Sexsymbole, besonders für reiche Herren. Auch das Kästchen mit glühenden Kohlen rechts auf dem Boden hat eine doppelte Bedeutung: Es wärmte die Füße, sorgte aber auch für Wärme unter dem Rock der Frauen. Und: Auf den Delfter Fliesen an der Bodenleiste sieht man einen Amor, der seinen Bogen spannt.
Vincent van Gogh, "Selbstporträt": Van Gogh malte dieses Bild 1887 in Paris, als er seinen Bruder Theo besuchte. Es zeigt ihn als fein angezogenen Pariser, der jedoch wenig Zuversicht und Lebensfreude ausstrahlt: Seine Augen wirken traurig, und die Wangen sind eingefallen. Vermutlich eine ganz reale Abbildung, denn van Gogh hatte damals – mit Mitte 30 – bereits sämtliche Zähne verloren. Übrigens liegt das Van Gogh Museum vom Rijksmuseum nur einen kurzen Fußweg entfernt. Dort findest du die größte Sammlung von Van-Gogh-Werken weltweit.
Adresse, Tickets und Infos: Museumstraat 1, Amsterdam https://www.rijksmuseum.nl/de
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